Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine Volkskrankheit geworden. Aus der GEDA-Studie 2010 zeigt sich, dass ab dem 50. Lebensjahr die Prävalenz, also die Auftretenswahrscheinlichkeit für Arthrose bei 14,9% liegt, danach steigt das Auftreten rapide an und ab dem 60. Lebensjahr sind bereits die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer betroffen (Robert-Koch-Institut 2013).

Das Gelenk, an dem am häufigsten Arthrose entsteht, ist das Kniegelenk mit knapp 48,4%, gefolgt von der Hüfte mit 39%, dem Daumensattelgelenk mit 2,4% und sonstiger Arthrosen mit 9,2% (Statistisches Bundesamt 2012).

Gelenkaufbau

Schematischer Gelenkaufbau
Schematischer Gelenkaufbau


Das Gelenk bildet die bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen. Die Gelenke des menschlichen Körpers sind alle ähnlich in ihrem Grundaufbau.

Die beiden gegen überliegenden Knochen sind von Knorpel überzogen. Dazwischen ist eine Gelenkflüssigkeit, die den Bewegungsvorgang erleichtert und gleichzeitig zur Ernährung des Knorpels dient. Deshalb braucht das Gelenk auch unbedingt Bewegung.

Arthrose-Stadien

Aufbau Knorpel - Knochen
Arthrosestadien 1-4

Bei der Arthrose kommt es zu einer Schädigung des Gelenkknorpels.

Arthrose-Stadien

Der Schweregrad wird unterschiedlich klassifiziert: (Outerbrige modifiziert)

 

 

Arthrose / Arthritis - Ursachen

Die Arthrose kann unterschiedliche Ursachen haben. Zwei Hauptursachen werden unterschieden:

  1. Mechanisch / biochemisch
    Arthrose – Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Gelenkes
  • Fehlstellungen des Gelenks/ mechanische Achse (O- oder X-Beine, Hüftdysplasie)
  • Unfallverletzungen (z. B. Gelenkbruch, Kreuzbandriss, Meniskusschaden)
  • Stoffwechselstörungen des Gelenks (Diabetes, Gicht)
  • Durchblutungsstörungen (Hüftkopfnekrose)
  • Kindliche/ Jugendliche Gelenkerkrankungen
  • Familiäre Anlage
  • Primäre Arthrose (Minderwertigkeit des Knorpels mit unbekannter Ursache)
  • Vermehrte Gelenkbeanspruchung durch Übergewicht, schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport
  1. Entzündliche  Ursachen
    Bestimmte entzündliche Gelenkerkrankungen können im Verlauf zur Arthrose führen: die häufigste ist Rheuma. Die Entzündung der Gelenkinnenhaut geht auf den Knorpel über und führt zu Zerstörungen des Gelenks.

    Durch Stoffwechselstörungen kommt es zu einer schlechteren Nährstoffversorgung und Veränderungen in den Knorpelzellen. Der Knorpel wird verändert, rissig und brüchig.

Arthrose - Beschwerdebild

In der stummen Phase ist das Gelenk ruhig, es treten keine Schmerzen auf und es bilden sich kein Erguss und keine Schwellung der Kapsel. Das gleiche Gelenk kann jedoch in einen Reizzustand übergehen. Die Auslöser können ganz unterschiedlich sein: Überbelastung, falsche Bewegungsmuster oder andere äußere Einflüsse. Das Gelenk reagiert dann mit einer Entzündung: es schmerzt, schwillt an, die Belastungsfähigkeit sinkt deutlich und vieles wird zur Qual. Dieser Reizzustand des Gelenkes kann bei unterschiedlich ausgeprägter Knorpelschädigung auftreten und setzt nicht obligatorisch ein komplett zerstörtes Gelenk voraus.

Das Ziel ist es, das Gelenk in stummen Phasen zu bewahren und Reizzustände zu vermeiden.

Verlauf der Arthrose

Konservative Therapie

Therapiepyramide
Therapiepyramide


Die konservative Therapie bildet nach der Prävention die nächste Stufe auf der Behandlungspyramide der Arthrose und umfasst ein sehr großes Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. Die wichtigsten sind die Physiotherapie, die physikalische Therapie, Medikamententherapie, Hilfsmittel (z. B. Stöcke, Schuhabsätze, Schienen, Bandagen und Orthesen), Akupunktur, Arthrotechnologie und alternative Methoden. Ziel dieser Behandlungsmöglichkeiten ist eine Reduktion der Schmerzen und/ oder eine Verbesserung der Knorpelsituation des betroffenen Gelenks. Als Medikamente kommen Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Gelenkinjektionen oder homöopathische Medikamente zum Einsatz mit dem Ziel, Schmerzen oder Entzündungsprozesse zu reduzieren und damit eine Steigerung der Aktivität zu ermöglichen.

Arthrose Prävention – Gelenkzentrum Schwarzwald

Die Behandlung einer Arthrose beginnt zuerst mit präventiven Arthrose-Basismaßnahmen zur  Vermeidung eines Fortschreitens der Arthrose und zur Linderung bereits bestehender Beschwerden.

  • Reduktion der Gelenkbelastung im Alltag
  • Verbesserung des Gangbildes
  • Stärkung der Muskulatur
  • Training der Propriozeption
  • Ernährung

In unserem Gelenktherapiezentrum führen wir zusammen mit dem Lehrstuhl Sportorthopädie und Belastungsanalyse des KIT (Leiter: Prof. Dr. Sell) Präventionstraining der Arthrose durch.

Belastungsanalyse
IFSS im KIT Prof Dr. Stein