Vollständige Sterilgutversorgung des Krankenhauses Neuenbürg wurde vorzeitig nach Mühlacker verlagert
Am 18.Oktober 2011 führte das Regierungspräsidium Karlsruhe eine routinemäßige Begehung der Sterilisationseinheit des Krankenhauses Neuenbürg durch. Das Regierungspräsidium überwacht alle medizinischen Einrichtungen, in denen operative Eingriffe durchgeführt werden und bei denen bestimmte Medizinprodukte verwendet und sterilisiert werden. Da sich für den Betrieb von Sterilisationseinheiten die Anforderungen an Prozessdokumentation und Qualifikation der Mitarbeiter ständig erhöhen, wurde bereits 2007 fast 90 Prozent des Sterilgutes aus Neuenbürg in der Zentralsterilisation des Krankenhauses Mühlacker aufbereitet. Zudem wurde gleichzeitig im Krankenhaus Neuenbürg für die restlichen, dort aufzubereitenden Sterilgüter ein neues Sterilisationsgerät in Betrieb genommen. Dieses Gerät wurde durch Wartungskontrollen und Hygienebegehungen regelmäßig überwacht. Ferner wurde vierteljährlich über eine Sporenprobe die mikrobiologische Qualität des Sterilisationsvorgangs durch das Landesgesundheitsamt überprüft. Dabei gab es keine Beanstandungen.
Das Regierungspräsidium hatte in seiner Stellungnahme die fehlende Überprüfung der Prozesse – die sogenannte Validierung – und bei einzeln verpackten Instrumenten die Dokumentation als nicht umfangreich genug bemängelt. Wegen des zum Jahresende geplanten vollständigen Umzugs nach Mühlacker wurde kein validierungsfähiges Sterilisationsgerät mehr beschafft. Ferner ergab eine Stichprobe einzelner Instrumente materialbezogene Beanstandungen, die jedoch keinen Einfluss auf die Sterilität haben. Die Sterilität der Instrumente und die Sicherheit der Patienten im Krankenhaus Neuenbürg waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. So zeigen die Daten der gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätssicherung im Krankenhaus zum Beispiel im Bereich Gelenkersatz im Landesvergleich außerordentlich niedrige Infektionskomplikationen. Auch die Ergebnisse der im Krankenhaus erworbenen, sogenannten nosokomialen Infektionen auf der Intensivstation ergab nach Auswertung des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene im Jahr 2010 ein sehr gutes Ergebnis.
Bei dem in der Presse erwähnten Prüfbericht aus dem Jahr 2006 handelte es sich nicht um eine Prüfung durch das Regierungspräsidium, sondern um eine interne Analyse im Rahmen der Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes. In Zusammenarbeit mit externen Gutachtern wurden lediglich der Mehrbedarf, die Logistik und die Standardisierung der chirurgischen Instrumente im Hinblick auf die geplante Verlagerung nach Mühlacker ermittelt. Zur Umsetzung des Gesamtkonzeptes für eine zentrale Sterilisation am Krankenhaus Mühlacker wurde dort Anfang 2011 eine neue, moderne Zentralsterilisation in Betrieb genommen. Zum 31.12.2011 war auch die Verlagerung der am Krankenhaus Neuenbürg verbliebenen Aufbereitung und damit die komplette Sterilgutversorgung am Standort Mühlacker geplant. Diese Verlagerung wurde nun mit sofortiger Wirkung vollzogen.

